Die Installation eines effizienten Systems zur Abwasserreinigung ist für viele Gastronomiebetriebe und lebensmittelverarbeitende Unternehmen nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern eine gesetzliche Verpflichtung.
Ein Fettabscheider schützt die öffentliche Kanalisation vor Verstopfungen und Ablagerungen, die durch pflanzliche und tierische Fette sowie Öle entstehen können.
Da Abwasser aus gewerblichen Küchen oft stark mit diesen Substanzen belastet ist, muss die Trennung vor dem Erreichen des Abwassersystems erfolgen.
Bei der Auswahl des passenden Modells müssen Unternehmer verschiedene technische und bauliche Aspekte berücksichtigen, um eine langfristig störungsfreie Funktion zu gewährleisten.
Die Investition in einen hochwertigen fettabscheider spart langfristig Kosten bei der Wartung und vermeidet Bußgelder durch Umweltbehörden.
Gesetzliche Normen und länderspezifische Richtlinien
Der erste Schritt bei der Planung ist die Auseinandersetzung mit den geltenden Normen, insbesondere der EN 1825. Diese europäische Norm regelt die Bemessung, den Einbau sowie den Betrieb und die Wartung von Abscheideranlagen.
Es ist zwingend erforderlich, dass das gewählte Modell zertifiziert ist und den lokalen Entwässerungssatzungen entspricht.
Behörden fordern oft einen Nachweis über die regelmäßige Entleerung und Generalinspektion, weshalb die Dokumentation von Anfang an sorgfältig geführt werden sollte.
Ein fachgerecht installierter fettabscheider stellt sicher, dass alle Umweltauflagen erfüllt werden und der Betrieb rechtssicher aufgestellt ist.
Bestimmung der Nenngröße und Kapazität
Ein kritischer Punkt ist die Berechnung der erforderlichen Nenngröße, die meist als NS-Wert angegeben wird. Diese Berechnung basiert auf der maximalen Abwassermenge, die gleichzeitig anfallen kann.
Faktoren wie die Anzahl der Mahlzeiten pro Tag, die Art der Küchengeräte und der maximale Wasserdurchfluss der Spülmaschinen fließen in diese Gleichung ein.
Ist die Anlage zu klein dimensioniert, reicht die Verweilzeit des Wassers im Becken nicht aus, um die Fette effektiv vom Wasser zu trennen.
Ein korrekt berechneter fettabscheider verhindert, dass Emulsionen unkontrolliert in die Leitungen gelangen und dort teure Schäden verursachen.
Wahl des Materials und der Langlebigkeit
Fettabscheider werden in der Regel aus Edelstahl, Polyethylen oder Beton gefertigt. Jedes Material hat spezifische Vorteile je nach Einsatzort. Kunststoffmodelle sind leicht, korrosionsbeständig und einfach zu transportieren, was sie ideal für den Einbau in bestehende Gebäude macht.
Edelstahl bietet eine extrem hohe hygienische Sicherheit und mechanische Belastbarkeit, ist jedoch in der Anschaffung meist teurer.
Beton wird häufig für Erdanlagen im Außenbereich verwendet, da er dem Druck des Erdreichs und dem Gewicht darüberfahrender Fahrzeuge problemlos standhält. Die Wahl des Materials beeinflusst direkt die Lebensdauer der gesamten Entwässerungsanlage.
Aufstellungsort und bauliche Gegebenheiten
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Anlagen zur Freiaufstellung in frostgeschützten Innenräumen und Anlagen für den Erdeinbau im Außenbereich. In Innenräumen muss ausreichend Platz für die Wartung und die Entsorgungsleitungen vorhanden sein.
Zudem sollte der Raum gut belüftet sein, um Geruchsbelästigungen zu minimieren. Bei Außenanlagen ist auf die Erreichbarkeit für Entsorgungsfahrzeuge zu achten.
Der gewählte fettabscheider muss so platziert werden, dass die Zuleitungen ein ausreichendes Gefälle aufweisen, um Ablagerungen bereits im Rohrleitungssystem zu vermeiden.
Geruchskontrolle und Entsorgungskomfort
Moderne Abscheider bieten verschiedene Ausbaustufen, um den Komfort bei der Entleerung zu erhöhen. Vollautomatisierte Anlagen verfügen über integrierte Schredder-Mix-Einrichtungen, die den Inhalt homogenisieren und über eine fest installierte Leitung direkt in den Entsorgungswagen pumpen.
Dies reduziert die Geruchsbelästigung erheblich, da das System während des Vorgangs geschlossen bleibt. Bei manuellen Systemen muss der Deckel geöffnet werden, was in sensiblen Bereichen zu Problemen führen kann.
Ein moderner Abscheider mit automatischer Reinigung spart Zeit und verbessert die Arbeitsbedingungen für das Personal erheblich.
Wartung und Betriebskosten
Neben den Anschaffungskosten spielen die laufenden Betriebskosten eine zentrale Rolle. Dazu gehören die Kosten für die regelmäßige Entleerung durch einen zertifizierten Fachbetrieb sowie die monatliche Eigenkontrolle durch geschultes Personal.
Ein gut zugängliches System verkürzt die Arbeitszeit der Entsorger und senkt somit die Servicegebühren. Es ist ratsam, bereits bei der Planung auf hochwertige Sensoren zur Schichtdickenmessung zu setzen, die genau signalisieren, wann eine Leerung notwendig ist. Dies vermeidet unnötige Fahrten und sorgt für eine optimale Ausnutzung der Kapazitäten.
